Die Standortsuche in Schinkel

Die vom Bau-Ausschuß vorgeschlagenen zwei alternativen Standorte für Mobilfunkmasten wurden vom Betreiber O2 als nicht geeignet abgelehnt, da der Abstand zu den nächsten Funkmasten im Norden (Nähe Gettorf) zu groß sei. Der Betreiber hat den Wunsch nach Standortvorschlägen im nördlichen Raum von Schinkel geäußert. Daher hat die Gemeinde O2 Flächen in Schinkelhütten vorgeschlagen, die noch außerhalb des dichter besiedelten Bereiches liegen.

Diese Standorte wurden nicht mehr geprüft, da in der Zwischenzeit in ähnlicher Lage schon erfolgreiche Verhandlungen mit Grundstückseigentümern von O2 geführt wurden. Es handelt sich um einen Standort amwestlichen Ende des Schinkelhüttener Weges in der Ortslage Fuhlenrühe. Aus Datenschutzgründen kann der konkrete Standort hier nicht veröffentlicht werden. Dieser Standort ist vergleichbar mit den zuletzt von der Gemeinde vorgeschlagenen Standort und stellt somit noch einen halbwegs akzeptablen Standort dar. Dieser Standort wird nun von O2 realisiert. Vor der Ausrichtung der Sektorantennen wird es noch einen Ortstermin mit Vertretern der Gemeinde geben, um hierbei die Strahlenbelastung der Bevölkerung zu minimieren.

Die Entscheidung für das Vorschlagen von Maststandorten fiel allen Gemeinderats- und Ausschussmitgliedern nicht leicht, sie wird aber zur Zeit als der einzige Weg angesehen, die Belastungen durch Mobilfunkstrahlung für die Schinkel Bürger wenigsten in gewissen Grenzen zu halten.  Gegebenenfalls soll zu einem späteren Zeitpunkt in einer Einwohnerversammlung das Vorgehen der Gemeindevertretung und der aktuellen Stand der Entwicklung vorgestellt und begründet werden.

  • Zum Hintergrund dieser Entscheidung:

Aufgrund der zur Zeit im Baugesetzbuch festgelegten Privilegierung von Mobilfunkmasten im Außenbereich sowie der aktuellen Rechtsprechung hat die Gemeinde nur in sehr eng begründeten Ausnahmefällen die Möglichkeit, die Aufstellung von Mobilfunkmasten auf privaten Grund und Boden zu verhindern (s. download Rechtslage). Der Betreiber O2 hat die feste Absicht und auch die rechtlichen Möglichkeiten ggf. mit privaten Grundbesitzern die Aufstellung eines Funkmastes vertraglich zu regeln.

Um der eindeutigen Ablehnung der Einwohnerversammlung gegenüber einem Mobilfunkmast im Innenbereich weitestgehend gerecht werden zu können, hat sich der Bauausschuss schweren Herzens dazu durchgerungen, diese alternativen Standorte im Außenbereich vorzuschlagen. Dadurch soll verhindert werden, dass O2 sich im Innenbereich des Dorfes auf die Suche nach geeigneten privaten Standorten macht. Ein solcher dorfnaher Standort ist für O2 interessanter als im Außenbereich, da O2 hierdurch auch auch Ihr Produkt GENION (Mobiles Telefonieren zu Festnetzpreisen im Umfeld des eigenen Hauses) anbieten kann.

 

  • Chronik der Ergegnisse

Eine Anfrage zu den Themen Standortsuche, Antennentyp, Strahlungswerten und Versicherungsschutz wurde vom  Bauausschuss-Vorsitzenden Ende März an O2 gerichtet.
Eine erste Antwort von O2 (PDF-Datei) liegt inzwischen vor, weitere Rückfragen (PDF-Datei) wurden Anfang Mai gestellt.

 

Aufgrund der Problematik der Mobilfunkstrahlung und des möglichen Standortes direkt vor der Grundschule Schinkel wurde 1.4.2005 ein Flyer zum Thema Mobilfunk der ÖIS an alle Haushalte in Schinkel verteilt.

 

Am 7.4.2005 hat die ÖIS zu einer Info-Veranstaltung der ÖIS mit Hr Dr. Lebrecht von Klitzing in "der Schinkler Möhl", einem ausgewiesenen Kritiker der Mobilfunkstrahlung, eingeladen. Ein ausführlicher Artíkel in den Kieler Nachrichten kann im Archiv der KN abgerufen werden.
Der Text des Flyers mit Links zu diversen Internet-Quellen steht unten zum Download bereit

 

Die Eignung des Hochspannungsmastes am Kanal in Richtung Königsförde als Träger für Mobilfunkantennen wurde von der E.ON Netz am 25.04.2005 geprüft und für machbar befunden. Eine statische Prüfung müsste noch erfolgen, sie könnte evtl. die Notwendigkeit von Mast- oder Fundamentverstärkungen zum Ergebnis haben.

 

Auf der Einwohnerversammlung am Donnerstag, dem 26. Mai wurde nach drei Kurzvorträgen von Hr. Prof. NN, Hr. Fels vom Staatlichen Umweltamt Kiel und von Hr Dr. von Klitzing, Umweltphysik GbR, vom Bürgermeister Güttler Meinungen von der anwesenden Bevölkerung abgefragt:

  • Auf die Frage, ob ein Mobilfunkmast auf der Schinkler Mühle bzw. im Zentrum des Ortes Schinkel erwünscht ist, hoben nur ca. 10 % der Anwesenden Ihre Hand, die eindeutige Mehrheit war dagegen.
  • Auf die Frage, ob überhaupt ein Mobilfunkmast auf Schinkler Gemeindegebiet aufgestellt werden solle, beantworteten ca. 20 - 30 % der Anwesenden durch Handheben mit Ja, auch hier war die Mehrheit dagegen.

Aufgrund dieses Meinungsbildes wird von der Schinkler Gemeindevertretung die Schinkler Mühle NICHT als Standort für Mobilfunkantennen zur Verfügung gestellt.


Auf der Sitzung des Bauausschusses am 15. Juli diesen Jahres wurde nach ausführlicher Diskussion ein Beschlussvorschlag für die Gemeindevertretung verabschiedet:
Dem Mobilfunkbetreibern O2 wurden zwei Maststandorte am Nord-Ostsee-Kanal vorgeschlagen. Mit erster Priorität soll der Hochspannungsmast der E.on an der Grenze zur Gemeinde Lindau, Ortsteil Königsförde als Standort geprüft werden. Dieser mögliche Standorte hat im Gemeindegebiet Schinkel die größtmögliche Entfernung zu vorhandener Wohnbebauung. Erst wenn dieser Standort sowohl für eine Anbringung von Antennen an den vorhandenen Hochspannungsmast als auch für die Errichtung eines eigenen Funkmastes als ungeeignet beurteilt wird, soll der zweite Standort in der Nähe des Kanalweichen-Häuschens auf der Kanalkippe auf Gemeindegrund geprüft werden. Dieser Standort hat eine etwas geringere Entfernung zur vorhandener Wohnbebauung, der Abstand beträgt aber zu allen Wohngebäuden noch über 500 Meter. Diese Entfernung kann als ein Mindestsicherheitsabstand angesehen werden, der in diversen Studien als Grenze zwischen mit Elektrosmog belasteten und unbelasteten Gebieten angesehen wird.
  

Flyer zur Mobilfunkproblematik der ÖIS
Mobilfunkmast-Flyer-fertig.pdf
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Rechtslage bei der Standortsuche
rechtslage.pdf
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